Auf dem E4 Fernwanderweg durch Bulgarien

Vom Donauknie über Sofia nach Kulata

Auf großer Trekkingtour mit einer Jugendgruppe auf dem E4 Fernwanderweg durch Bulgarien unterwegs.
Auf großer Trekkingtour mit einer Jugendgruppe auf dem E4 Fernwanderweg durch Bulgarien unterwegs.

Informationen und Wegeverlauf

Wie bereits durch Rumänien ist der Europa Fernwanderweg E4 auch durch Bulgarien noch nicht fertig gestellt und auch die Wegführung nicht überall eindeutig. Die jetzige Beschreibung - Stand Januar 2020 - ist gut begehbar, Landschaftlich schön und hat einige großartige Höhepunkte. Wir kommen von Norden und wandern immer in südlicher Richtung durch Bulgarien. Mit auf dem Weg liegt auch die Hauptstadt Sofia. Für die rund 375 km sollte man 3 Wochen Zeit mit bringen und trotz dass hier es einige bewirtete Berghütten gibt, ein Zelt mit tragen. Gute Wanderstiefel, keine Halbschuhe, und Trekkingstöcke sind notwendig.

Zuerst müssen wir über die Donau, eine natürliche Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien, kommen. Südlich von Drobeta Turnu Severin ist der nächste offizielle Grenzübergang bei Calafat, mit der Fähre über die Donau nach Vidin. Dieser Wegabschnitt wird meist an der Donau begangen.

Eine alternative Streckenführung wäre 9 km nördlich von Drobeta bei Gura Vaii auf einer Brücke über die Donau nach Serbien zu gehen und hier im Dreiländereck Richtung Süden zu wandern.

Da wir hier uns außerhalb des EU Schengener Raumes bewegen, sollte man unbedingt einen gültigen Reisepass dabei haben, ein Visum benötigt man nicht, aber die Einreise wird mit Datum gestempelt. Noch etwas wichtiges: zwischen Serbien und seine Ex jugoslawischen Nachbar Ländern sind Grenzübertritte nicht unproblematisch, da die Einreise Stempel untereinander nicht immer anerkannt werden, und plötzlich irgendwelche Gebühren vom Touristen fällig werden. Sollte dies geschehen, was eigentlich laut EU nicht statthaft ist, unbedingt einen Beleg mit der Begründung verlangen, warum man bezahlen muss. 

 

Auf einsamen schmlen Bergsteigen unterwegs...
Auf einsamen schmlen Bergsteigen unterwegs...

Übersicht der Wegstrecke durch Bulgarien

6 km südlich von Vidin kommt man vor Tarnjane auf einen Campingplatz. Hier sollte unbedingt übernachtet werden. Das freie Zelten wird in Bulgarien eigentlich nur im Hochgebirge geduldet, wenn keine Hütten vorhanden sind. Nächstes Etappenziel ist der Rabisa See, südlich davon ein weiterer Campingplatz. Wer Zeit hat, kann ausgeschildert zur Magurata Höhle wandern.

Weiter geht es immer in südlicher Richtung nach Belogradcik, auch hier ist ein Campingplatz vorhanden. Über die Siroka Berge gelangen wir zum Ogosta See und nach Montana, südlich davon mehrere Camping und Zeltplätze. Weiter nach Berkovica und nun ins Hochgebirge Berkovska Planina. Hier erwartet uns das erste Berghaus, die Komhütte, östlich vom Berggipfel Kom, welcher 2016 m hoch ist.

Nächstes Ziel ist der 1420 m hoch gelegene Petrohanski Pass, kurz darauf sind wir in der Petrohan Hütte. Über die Berge Ponor gelangen wir nach Iskrec und nach einer weiteren Etappe kommen wir nach Sofia. Westlich bei Filipovic ist ein Campingplatz und weitere 8 km südlich ein Platz bei Vladaja.

Wer ein paar Tage in Sofia bleiben möchte kann von den Campingplätzen sehr preiswert mit dem öffentlichen Verkehr in die City von Sofia gelangen. Südöstlich der City ist der Borissova Gradina Park mit allen Sportstätten von Sofia.

 

Weiterführende Wege Beschreibung von Etappe zu Etappe

 

Steiler Bergsteig auf einer Wegvariante des E4 im Hochgebirge des Nationalpark Pirin - Bulgarien.
Steiler Bergsteig auf einer Wegvariante des E4 im Hochgebirge des Nationalpark Pirin - Bulgarien.

Der Vitosa Naturpark

Nach der Großstadt Sofia folgen die landschaftlichen Höhepunkte auf unserer Bulgarien Durchquerung auf dem EU Fernwanderweg E4. Zuerst gelangen wir in den Vitosa Naturpark. Drei bewirtete Berghütten:  Tintjava, Kumata und Aleko stehen für uns Weitwanderer zur Verfügung. Dazu der Bergsee Studena und der höchste Berggipfel, Cerni vrah, mit 2290 m Höhe. Innerhalb des Naturparks ist das freie Zelten verboten. Erst bei Jarlovo verlassen wir diesen Park. Nun überschreiten wir die Verila Berge und gelangen zum Klisurski Pass, 1025 m. Von hier geht es wieder bergan zur Vada Berghütte, am Beginn des Rila National Park.

 

Der Rila National Park

Die nun folgende Durchquerung des Rila Nationalpark ist sicher der Höhepunkt des E4 durch Bulgarien. Landschaftlich großartig, weit und fast Menschenleer. Vor Mitte Juni sollte man sich nicht auf diese Tour begeben, viel Altschnee und die Berghütten zu! Eine Woche solltet ihr euch mindestens Zeit nehmen, besser wäre 10 Tage für die zusätzlichen aussichtsreichen machbaren Gipfeltouren. Brauchbare Wanderkarten sind in Sofia erhältlich. Endziel ist die Stadt Razlog unterhalb vom Predel Pass, 1140 m. Alle Bergsteige sind gut ausgeschildert und farblich markiert. Folgende drei Gipfel kann ich empfehlen: Maljovica mit 2729 m, Musala mit 2925 m, leider östlich abseits der Hauptroute gelegen und der 2618 m hohe Goljam Meci vrah.

Touristische Zentrum im Rila Nationalpark ist Rilski Monastery.

10 bewirtete Berghütten und 4 Campingplätze stehen hier dem Weitwanderer zur Verfügung.

 

Der Pirin National Park

Kaum in Razlog erholt, folgt mit der Pirin Nationalpark Durchquerung ein weiterer grandioser, landschaftlicher Höhepunkt. Von Razlog westlich zum Predel Pass, 1140 m, unterhalb ein Campingplatz. Über den Pirin Gipfel, 2593 m, weiter zur Javorov Hütte. Die normale Route führt ab Razlog direkt dort hin, aber ihr verpasst eine großartige Bergtour. Über den Vihren, 2914 m hoch zur Vihren Berghütte. Letzte bewirtete Berghütte ist die Pirin. Hier verlassen wir den Pirin Nationalpark und kommen nach Melnik. Nun in Talnähe durch viele Dörfer bis zur Grenzgemeinde Kulata mit kleinem Campingplatz. Weiter geht nun der Europa Fernwanderweg E4 nach Griechenland.

 

Weite Aufstiege und fast Wegelos geht es hier bergan.
Weite Aufstiege und fast Wegelos geht es hier bergan.

Rückreise Möglichkeiten

Von Kulata gibt es eine gute Zugverbindung zurück nach Sofia. Wer von Deutschland mit dem Flieger nach Sofia reiste, um auf der Fernwanderroute E4 durch die drei Naturparks zu wandern und anschließend wieder per Flugzeug zurück möchte, kommt hier direkt mit einmal Umsteigen zum internationalen Flughafen in Sofia.

Natürlich könnt ihr auch Klimaschonender mit Fernzug und / oder Fernbus nach Bulgarien gelangen, oder über Rumänien anreisen.

 

Schrofe Gebirgszüge im südlichen Teil des E4 Fernwanderweg führen uns durch Bulgarien.
Schrofe Gebirgszüge im südlichen Teil des E4 Fernwanderweg führen uns durch Bulgarien.