Die Bergwelten der Region Friaul - in Nordost Italien

Ein Grandioser Blick über den Lago de Redona hinweg zu der Bergkette des Val Tramontina Tales.
Ein Grandioser Blick über den Lago de Redona hinweg zu der Bergkette des Val Tramontina Tales.

Das Val Tramontina

Geografische Umschreibung

Zwischen dem Passo di Monte Rest, 1060 m, im Norden und der Gemeinde Meduno im Süden liegt das einsame und beschauliche Val Tramontina. Drei schön gelegene künstliche Stauseen, der Lago di Tramontina, der Lago di Selva und der Lago del Ciul liegen in diesem Teil der Friaulaner Bergwelten. Im Westen werden diese Berge von den Ausläufern der Friaulaner Dolomiten begrenzt. Im Osten vom Wildfluss Torrente Arzino. Dieser Teil der Ostalpen gehört zu den einsamsten Bergregionen Italiens. Keine einzige bewirtete Berghütte, ein Rifugio, steht hier für uns Bergsteiger zum Übernachten zur Verfügung. Nur eine Vielzahl von schön gelegenen Selbstversorger Hütten - Casera und Bivacco - dienen uns für eine feste Unterkunft. Verständlich, dass hier in den Hochlagen, das Übernachten im Zelt, problemlos geduldet wird. Alle Aufstiegswege zu den Selbstversorger Hütten sind bezeichnet und farblich markiert. Weitere Bergsteige entbehren diesen Luxus und zu den Gipfeln kommt ihr nur mit Spürsinn und Mut. Die Folge dieser Einsamkeit ist eine unberührte Natur und einen Lebensraum für allerlei Wildtieren, wie Bär und Wolf. Die westlichen Teile vom Val Tramontina gehören zum Naturpark Dolomiti Friulane. Umliegende Tal Orte sind nur wenige vorhanden, wie Tramonti di Sopra, Tramonti di Sotto und Chievolis. Im Ostteil liegt noch die Gemeinde Campone am Wildbach Torrente Chiarzo. Ganz im Süden das Bergdorf Andreis und im Westen noch die Gemeinde Claut.

 

Die Täler Val Aupa und Val Canale d`Incarojo

Das großartige Val Canale d`Incaroio vom Aufstieg zum Monte Sernio aus betrachtet.
Das großartige Val Canale d`Incaroio vom Aufstieg zum Monte Sernio aus betrachtet.

Geografische Umschreibung

Zwischen der Stadt Tolmezzo im Süden, dem Karnischen Hauptkamm im Norden und dem Canale del Ferro im Osten liegen die Gebirgszüge vom Val Aupa und Canale d`Incarojo. Die höchste Gipfel sind der Monte Sernio mit 2187 m, der Creta Grauzaria mit 2065 m und der Zuc dal Bor mit 2195 m. Neben Tolmezzo sind noch Moggio Udinese, Pontebba, Paularo und Paluzza als Talorte erwähnenswert. Es gibt nur sehr wenige bewirtete Berghütten und Almen, dafür sehr viele Selbstversorger Hütten - Ricovero Casera. Die Landschaft ist rau und viele Bergsteige schmal und anspruchsvoll. Zwei größere Bergtouren Runde wurden ausgebaut, beschildert und markiert. Zum einen die Wochentour Alta Via Val d´Incarojo und zum Anderen die deutlich anspruchsvollere Mehrtagestour Alta Via CAI Moggio. Eines ist hier sicher, ihr werdet fast unter Euch unterwegs sein, ein touristisch Menschen leerer Gebirgsraum.

 

Die Friaulaner Dolomiten

Das Wahrzeichen der Friaulaner Dolomiten - die Campanile di Val Montanaia.
Das Wahrzeichen der Friaulaner Dolomiten - die Campanile di Val Montanaia.

Geografische Umschreibung

Die Friaulaner Dolomiten mit seinem Naturpark - Parco Naturale Dolomiti Friulane - werden im Westen vom Tal des Wildflusses der Piave zwischen Lozzo di Cadore im Norden und dem Lago di Santa Croce im Süden begrenzt. Die Staatstraße 619 mit dem Pass Sella di Razzo bildet die nördliche Grenze der Friaulaner Dolomiten. Östlich das Val Tramontina und südlich das Val Cellina. Die höchste Erhebung ist der 2706 m hohe Cima dei Preti.  Der markanteste Berggipfel ist der 2668 m hohe Monte Duranno. Der Dolomiten Höhenweg 6 überschreitet von Nord nach Süd dieses wunderbare wilde und meist noch ursprüngliche Kalkgebirge. Es stehen dem Bergwanderer nur wenige bewirtete Hütten - Rifugio - zur Verfügung, um so mehr die vielen Selbstversorger Hütten - Casera - und Bivacco. Wichtigster Talort ist Cimolais im Süden der Friaulaner Dolomiten gelegen. Dazu noch Erto, Claut und Forni di Sopra im nördlichen Teil.  Zwei lang gestreckte Täler - das Val Cimoliana und das Val Settimana mit ihren Berghütten Rifugio Pordenone und Rifugio Pussa durchschneiden diese Gebirgsgruppe. Empfehlenswert sind die beiden Campingplätze in Cimolais und Forni di Sopra. 

 

Das Val Cellina

Das obere wildromantische Val Cellina mit seinem Wildfluss dem Torrente Cellina.
Das obere wildromantische Val Cellina mit seinem Wildfluss dem Torrente Cellina.

Geografische Umschreibung

Zwischen dem Gebirgsdorf Cimolais und der Stadt Maniago erstreckt sich das Val Cellina.  Nördlich dieses Wildfluss Tales liegen die Friaulaner Dolomiten und südlich ein weitverzweigtes Gebiet sehr ursprünglicher Bergwelten. Mit dem Col Nudo, 2472 m, wird die höchste Erhebung erreicht. Zentral in diesem Tal liegt der türkisblaue Stausee - Lago di Barcis.  Daran anschließend die seit über 30 Jahren für den Verkehr gesperrte Schlucht des Torrente Cellina.  Außer Cimolais kommen noch das Bergdorf Andreis und die Dörfer des Alpago im Westen als Talorte in Frage. Alpiner Höhepunkt ist sicher die grandiose Kammtour zwischen den Berghütten - Rifugio Dolomieu al Dolada und Rifugio Semenza, einem Teilstück des Dolomiten Höhenweg 7.  Zur anschließender Erholung dieser recht anspruchsvollen viertägigen Bergtour eignet sich besonders der schön gelegene Lago di Santa Croce mit der Kleinstadt Farra di` Alpago und dem direkt am See gelegene Campingplatz.

 

Der Lago di Barcis - einer der landschaftlich schönsten Gebirgsseen in den Friaulaner Bergwelten.
Der Lago di Barcis - einer der landschaftlich schönsten Gebirgsseen in den Friaulaner Bergwelten.

Das Val Tagliamento

Der Monte Verzegnis - vom Val Tagliamento südlich gelegene Berggruppe in der Friaulaner Bergwelt.
Der Monte Verzegnis - vom Val Tagliamento südlich gelegene Berggruppe in der Friaulaner Bergwelt.

Geografische Umschreibung

Das Val Tagliamento beginnt wenig unterhalb des Passo della Mauria, 1298 m, im Norden der Friaulaner Bergwelten. Das Tal mit seinem Wildfluss Tagliamento geht nach Osten bis zur schönen friaulanischen Stadt Tolmezzo. Ab hier führt das weitläufig und langgestreckte Tal in südlicher Richtung und bei der weltbekannten Schinken Gemeinde San Daniele verlässt der Tagliamento die Bergwelt der Region Friaul. Die höchste Erhebung ist hier der Monte Bivera mit 2474 m. Weitere bekannte Gipfel wären der Col Centile, 2075 m, der Monte Tinisa, 2080 m, der Monte Verzegnis, 1914 m, der Monte Amariana, 1905 m, und der Monte Chiampon mit 1709 m. Obwohl diese Berggipfel mit ihren Höhen unter 2000 m unbedeutend scheinen, überragen sie ihrer Täler oft um mehr als 1500 m. Somit sind sehr viele der Gipfel des Val Tagliamento konditionell anspruchsvolle Bergtouren. Es gibt hier nur sehr wenige bewirtete Berghütten, meistens sind nur eine Vielzahl von Selbstversorger Hütten, Casera und Bivacco, zum geschützten Übernachten vorhanden. Alle Talorte sind sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr, Busse und Zugstrecken, erreichbar. Negativ weltbekannt wurde diese Region im Mai 1976, wo ein Jahrhundert schweres Erdbeben größte Schäden und über 2000 Tote hinterließ. 

Drei große Stauseen, der Lago di Sauris, der Lago di Verzegnis und der Lago di Cavazzo befinden sich hier in der Region.

 

Die Alpi Carniche - die Karnischen Alpen

Die Alpi Carniche - die Karnischen Alpen, hier hinten links der Monte Peralba und links unten Sappada.
Die Alpi Carniche - die Karnischen Alpen, hier hinten links der Monte Peralba und links unten Sappada.

Geografische Umschreibung

Die Karnischen Alpen - Alpi Carniche - sind das Grenzgebirge zwischen Osttirol und Kärnten in Österreich und der Region Friaul in Italien. Es gibt hier eine klare West nach Ost Kammlinie, welche weiter im Osten als Steiner Alpen das Grenzgebirge zu Slowenien bildet. Drei bedeutende Pässe befinden sich hier, der Plöckenpass, das Nassfeld und der Übergang zwischen Villach und Tarvisio. Namhafte Berggipfel sind hier der Monte Peralba, 2694 m, die Hohe Warte, 2786 m, der Rosskofel, 2239 m - Monte Cavallo di Pontebba und der Oisternig mit 2052 m Höhe ganz im Osten der Karnischen Alpen. Verkehrsmäßig sind die Alpi Carniche besser auf der österreichischen Seite erschlossen, wo man fast in jedes Bergdorf mit Bus und Bahn kommt. Im Friaul ist es nicht ganz so leicht, wobei Sappada, Forni Avoltri, Timau und Paularo mehrmals mit dem Bus erreicht werden kann.

Bewirtete Berghütten - Rifugio - gibt es ausreichend viele und dazu noch viele Selbstversorger Hütten und Bivacco. Die Alpi Carniche gelten als sehr gut erschlossen. Von Mittel Juli bis um den 20. August ist es bei schönem Wetter recht voll und nicht gerade empfehlenswert, hier auf eine mehrtägige Tour zu gehen. 

 

Das Valle Piave

Großartiges Landschaft Panorama im oberen Valle Piave der Friaulaner Bergwelten.
Großartiges Landschaft Panorama im oberen Valle Piave der Friaulaner Bergwelten.

Geografische Umschreibung

Bei Sappada entspringt der Wildfluss Torrente Piave. Bis hinter San Stefano di Cadore verläuft die Piave in westlicher Richtung, danach geht es in Richtung Süden weiter. Bei Pieve di Cadore wird die Piave in einen großen See künstlich aufgestaut. Dahinter fließt er weiter an Longarone vorbei um danach wieder in westlicher Richtung über Belluno und Feltre zu kommen. Die Beschreibung hier betrifft die Gebirge von der Quelle der Piave bis kurz hinter Longarone. Alle Talorte sind hervorragend mit dem Dolomitenbus erreichbar und auch die Zugstrecke im Valle Piave ist wieder belebt worden. Auch für mehrtägige Radtouren kann ich dieses Gebiet empfehlen. Es stehen hier ausreichend Berghütten aller Art für den Touristen zur Verfügung.

 

Pian Cavallo

Das Val Sughet mit der Monte Cavallo Gruppe - hier bei meiner Tour im Januar 2016 über die Südseite.
Das Val Sughet mit der Monte Cavallo Gruppe - hier bei meiner Tour im Januar 2016 über die Südseite.

Geografische Umschreibung

Ganz im Süden der Region Friaul, kurz vor Vittorio Veneto und damit die letzte Gebirgserhebung, stehen die Berge um Pian Cavallo. Mit nochmals 2251 m Höhe ist der Monte Cavallo hier die höchste Erhebung. Danach folgt in südlicher Richtung das großartige Waldgebiet Bosco del Cansiglio, ein Naturschutzgebiet. Hier verlaufen auch die letzten drei Etappen des Dolomiten Höhenweges 6. Wenig bekannt im deutschen Sprachraum sind die weitläufigen Höhen nördlich von Aviano, welche auch zu diesem Wandergebiet gehören. Westlich dieser Berge laufen die Höhenzüge am Lago di Santa Croce aus. Bewirtete Berghütten sind eine Mangelware, dafür gibt es eine Vielzahl von Selbstversorger Hütten - Casera - typisch Friaulaner Weise, hier.

Deutsche Bergtouristen sind hier Mangelware und die wenigen wandern nur auf dem Dolomiten Höhenweg 6 hinunter nach Vittorio Veneto. Dies ist auch die günstigste Stadt um ohne eigenen PKW hier in die Berge zu kommen. Sowohl die wieder aufgenommene erneuerte Bahnlinie Sacile über Aviano nach Maniago kann dafür benützt werden und mehrmals täglich im Sommer fährt ein Bus von Aviano hoch zum Pian Cavallo. Ein Tipp von mir - bei einer mehrtägigen Tour außerhalb des Dolomiten Höhenweg 6 - wäre als Startort Barcis am Lago di Barcis ratsam um von dort nach Süden in Richtung Pian Cavallo zu wandern.

 

Die Monte Cavallo Gebirgsgruppe.
Die Monte Cavallo Gebirgsgruppe.