Wochen Trekkingtouren durch die Friaulaner Bergwelten

Via Traversata Carnica

An der Südseite des Karnischen Hauptkammes auf Tour unterwegs

Die Via Traversata Carnica ist die italienische Variante des Karnischen Höhenweges - des Friedensweg - in den Karnischen Alpen. Die Traversata verläuft ausschließlich auf Friaulaner Boden, die Steige sind meist etwas Alpiner und die Etappen auch abwechslungsreicher. Zum Übernachten stehen auch mehr Berghütten zur Verfügung, hauptsächlich deutlich mehr Selbstversorger Hütten - Bivacco und Casera. Da die Wege dazu auch südseitiger verlaufen, kann man bereits Ende Mai auf Tour gehen und oftmals in den letzten Jahren bis in den November hinein. Wer nicht soviel Hüttentrubel haben möchte, nimmt dafür eben ein Leichttrekkingzelt - 1,5 kg schwer - zusätzlich mit. Auch hier gilt meine Ansicht, von Ost nach West zu Wandern, da ihr auf die landschaftlichen Höhenpunkte zu wandert. Die einzelne Etappen liegen in Kurzform ihrer Beschreibung vor. Da die Bergsteige immer ordentlich beschildert und farblich markiert sind, benötigt ihr keine ausführliche Wegbeschreibung der Via Traversata Carnica. Einzelne Gipfeltouren sind zusätzlich erwähnt, sowie landschaftlich interessante Varianten. Es besteht des Öfteren die Möglichkeit, auf den Friedensweg der Österreicher zu gelangen, der hier am Karnischen Hauptkamm identisch mit den Etappen der Via Alpina - Roter Weg - ist.

 

Die Traversata Carnica oder doch den Friedensweg ?

Wer beide Fernwanderwege kennt, für den ist die Entscheidung sehr einfach. Genau wie bei der Pyrenäen Tour GR 10 oder GR 11 vom Atlantik zum Mittelmeer ist es hier am Karnischen Hauptkamm. Der Wegeverlauf, welcher immer nahe der Kammlinie bleibt, ist landschaftlich der Schönste. Unabhängig der bewirteten Berghütten und dem touristischen Kommerz sollte jeder seine Route begehen. Dies würde ich auch dem erfahrenen Via Alpina Geher empfehlen, nicht nur einfach den Markierungen folgend die Strecke ablaufen, sondern mit einem Blick für die herrliche Landschaft hier oben am Karnischen Hauptkamm seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Der Karnische Höhenweg - der Friedensweg

Am Valentintörl auf dem Friedensweg am Karnischen Hauptkamm aussichtsreich auf Tour unterwegs.
Am Valentintörl auf dem Friedensweg am Karnischen Hauptkamm aussichtsreich auf Tour unterwegs.

Fast immer direkt am Karnischen Hauptkamm auf Tour

Der Karnische Höhenweg - Friedensweg - ist etwa 130 km lang und gut in einer Woche zu begehen. Die Route bleibt fast immer oben am Hauptkamm, den Grenzkamm zwischen Italien und Österreich, und erspart euch damit einiges an Höhenmeter. Alte Wegtrassen des Ersten Weltkrieg begleiten diese Tour, daher der Name Friedensweg. Zweimal kreuzen euch Straßenpässe, welche über den Karnischen Hauptkamm führen, der Plöckenpass und das Nassfeld. Nördlich liegen Oberkärnten und Osttirol, südlich die Regionen Friaul und Südtirol.

Durchgängig ist die Route rot-weiß-rot markiert und bezeichnet mit der Wege Nummer 403. Obwohl die klassische Führerliteratur den Weg von West nach Ost beschreibt, bin ich der Ansicht, er sollte von Ost nach West begangen werden, so wandert ihr den Höhenpunkte des Gebirgslandschaft entgegen.

Der Wegeverlauf ist hier identisch mit der Via Alpina, den Roten Weg, welcher durchgängig markiert von Triest nach Monte Carlo führt. Alternativ gibt es auf der italienischen Seite die Via Traversata Carnica.

Hochalpines Gelände, Trittsicherheit und im Frühsommer Erfahrung mit Altschnee Felder sind empfehlenswert auf dieser Wochentour. Möchtet ihr noch den einen oder anderen Gipfel mitnehmen, schaden Kletterkenntnisse bis zum 2. Grad nicht. Gut 7 Tagen benötigt man als Bergwanderer für den Friedensweg, Bergläufer schaffen den Karnischen Höhenweg auch in zwei Tagen. Ob dieser Bergläufer außer dem Pfad und den Weg Markierungen etwas von der Schönheit dieser Bergwelt mitbekommen hat, bezweifle ich doch sehr. Aber wer den Berlin Marathon unter 2:30 Std. gelaufen ist, kennt auch nur den Asphalt dieser Marathonstrecke, eigene Erfahrung !

Die Etappen sind übersichtlich lang und es gibt ausreichend bewirtete Berghütten und Notunterkünfte auf dem Friedensweg in den Karnischen Alpen.

 

Die Alta Via Val Cellina

Der türkisblaue Lago di Barcis am Weg auf der Route von Erto nach Maniago.
Der türkisblaue Lago di Barcis am Weg auf der Route von Erto nach Maniago.

Von Erto nach Maniago

Der Dolomiten Höhenweg 6, welcher von St. Lorenzen, Oberkärnten, kommend über Erto nach Vittorio Veneto verläuft, bietet eine hervorragende Möglichkeit auf die Route nach Maniago zu gelangen.  Diese neuere Variante bietet sich schon deshalb an, da ab Erto auf dem Dolomiten Höhenweg 6 viele Wegabschnitte gesperrt wurden und auch die bisherigen Varianten nicht besonders attraktiv waren. 

Verkehrsmäßig betrachtet, benötigt ihr keinen PKW. Auch die mögliche Rückreise von Maniago nach Erto ist bestens möglich, da täglich mehrere Direktbusse von Maniago über den Lago di Barcis nach Erto fahren.

Zum Übernachten stehen hauptsächlich die im Friaul sehr beliebten Selbstversorger Hütten, die Ricovero Casera und Bivacco, zur Verfügung. Mit dem schönen Gebirgsort Barcis am türkisblauen Lago di Barcis unterwegs habt ihr auch zusätzlich eine Möglichkeit, Lebensmittel nach zu kaufen.

Diese einwöchige Tour ist oftmals bereits ab Ende Mai machbar und selbst im Dezember könnt ihr hier auf eine spannende, landschaftlich interessante Bergfahrt gehen.

 

Die Alta Via CAI Moggio

An der Forcella della Pecora auf der Alta Via CAI Moggio am Einstieg zur Cima della Pecora unterwegs.
An der Forcella della Pecora auf der Alta Via CAI Moggio am Einstieg zur Cima della Pecora unterwegs.

Auf anspruchsvollen Bergsteigen aussichtsreich im Val Aupa auf Tour

Östlich hoch über dem Val Aupa verläuft die recht anspruchsvolle Mehrtagestour auf der Alta Via CAI Moggio Mit 4 Tagen im Durchschnitt ist die Alta Via CAI Moggio eine kürzere Bergfahrt in den Friaulaner Bergwelten. Der höchste Punkt wird mit dem Monte Zuc dal Bor auf 2195 m Höhe erreicht. Zum Übernachten stehen nur mehrere Selbstversorger Hütten und euer Leichttrekkingzelt zur Verfügung. Auf dieser Tour wird der gesamte Gebirgskamm zwischen dem Monte Pisimoni, Zuc dal Bor, Monte Chiavals und der Creta dai Rusei überschritten. Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, kann mit zwei weiteren Tagen auf einem parallelen östlicheren Weg bis nach

Pontebba zurück wandern.

 

Die Alta Via Val d´Incarojo

Blick hinüber zum Monte Zermula auf der Alta Via Val d´Incarojo in den Friaulaner Bergwelten.
Blick hinüber zum Monte Zermula auf der Alta Via Val d´Incarojo in den Friaulaner Bergwelten.

Eine Woche auf einer unbekannten Wanderrunde auf Tour unterwegs.

Diese einwöchige Rundtour Alta Via Val d´Incarojo befindet sich in einem Teil der Friaulaner Bergwelt, welcher uns deutschen Bergsteigern wenig oder gar nicht bekannt ist. Start und Zielort ist die Berggemeinde Paularo. Diese liegt südlich des Karnischen Hauptkammes und östlich der Stadt Paluzza. Ihr kommt mit dem Regionalbus dort problemlos mehrmals täglich hin. Mit dem PKW über den Plöckenpass nach Paluzza und links ab nach Paularo.

Zum Übernachten stehen nur zwei bewirtete Berghütten zur Verfügung, das Rifugio Grauzaria und die Casera Cason di Lanza. Alle weiteren Nächte verbringt man in einer Selbstversorger Hütte - Casera - oder im mitgebrachten Leichttrekkingzelt.

Die einzelnen Etappen auf der Alta Via Val d´Incarojo sind bergsteigerisch betrachtet nicht überaus schwierig, aber diese Region wird recht selten bewandert, wenn man von der dort lebenden einheimischen Bevölkerung mal absieht. 

Landschaftlich sehr abwechslungsreich und mit etwas Mehraufwand an Zeit stehen einige aussichtsreiche Gipfel zum Besteigen zur Verfügung. Darunter auch eine gesicherte mittelschwere Ferrata zum Monte Zermula hoch. Streckenweise sind kurze Abschnitte der Via Alpina dabei, sowie der Traversata Carnica. Meine hier vorliegende Beschreibung geht entgegen des Uhrzeigers diese Tourenrunde an, lässt sich aber auch anders herum gut machen. Die Beschilderung ist recht umfangreich und die farbliche Markierung ausreichend. Trotzdem kann bei Schlechtwetter oder Nebellagen ein Verlaufen nicht ausgeschlossen werden, gilt vor allem, wenn es über Almen geht, des hohen Gras wegen, dann fast keine Trittspuren erkennbar.

Beste Jahreszeit für diese Trekkingwoche ist entweder der Vorsommer oder Spätfrühling, wegen der vielen Gebirgsblühten oder der Herbst, vor allem der goldene Oktober, wegen seiner bunten Verfärbung des Bergwaldes.

 

Von Cimolais in das Val Tramontina

Auf der einsamen Tour von Cimolais in das Val Tramontina auf schmalen Bergsteigen unterwegs.
Auf der einsamen Tour von Cimolais in das Val Tramontina auf schmalen Bergsteigen unterwegs.

Einsame Bergtouren durch meist unbekannte Gebirgszüge

Gleich vorne weg, wer Einsamkeit sucht in unberührter Natur, bereit ist auch ein kleines Zelt und genug Essen mit zu tragen und nicht auf bekannte Dolomiten Bilder setzt, ist hier am richtigen Ort auf großer Tour unterwegs !  Selbst im Sommer 2018 war ich für eine Woche ohne jegliche menschliche Begegnung unterwegs, nur eine Handvoll Bergsteiger traf ich zusammengezählt mal auf den Hütten. Nicht umsonst finden sich hier Steinböcke, welche bei einer Begegnung mit dem Menschen nicht flüchten. Leben hier mehrere Bären und Wölfe im Einklang mit der Natur und kreisen Gebirgsadler über die Gipfel und Täler.

Meine Beschreibung dieser 7 - 10 tägigen Route dürfte die erste in deutscher Sprache sein und selbst in Italien gibt es keine Beschreibung, welche durchgängig diesen Wegverlauf in einem Wanderbüchlein verewigt hat. Es lohnt sich schlichtweg nicht. Es gibt ausreichend Regionalbusse, welche Cimolais und das Val Tramontina über Maniago verbinden. Alle Wege und Bergsteige sind sehr sparsam farblich markiert, an den Hütten auch ausgeschildert und des Öfteren nur mit kleinen Steinmännchen bezeichnet. Immer wieder wird ein guter Orientierungssinn verlangt, gute Trittsicherheit und etwas Kletterei ist notwendig, und alleine solltet ihr nur gehen, wenn ihr genug erfahren seit, ohne äußere Hilfe aus zu kommen und beim Verlaufen in keinerlei Panik kommt.

 

Die Alta Traversata Prealpi Giulie

Einsame Bergregionen auf dem Weg vom östlichen Friaul nach Slowenien

Die Alta Via Resiana

Lange Kamm Wanderungen begleiten uns auf der Alta Via Resiana auf dieser einwöchigen Tourenwoche.
Lange Kamm Wanderungen begleiten uns auf der Alta Via Resiana auf dieser einwöchigen Tourenwoche.

Aussichtsreiche Kamm Touren im Val Torrente Resia - Nordosten Friaul

Im Nordosten von Friaul, Nordost Italien gelegen, gibt es westlich der Julische Alpen das Tal, Val Torrente Resia. Der Ost nach West verlaufende Wildbach wird begleitet von zwei sehr langen Bergkämmen und endet mit dem Monte Canin an der westlichen Abdachung der Julische Alpen. Da war es nur logisch, eine Alta Via Resiana über diese Berge zu gestalten. Auf dieser einwöchige Bergtour gibt es keine bewirteten Berghütten. Nur in der Malga Coot werden wir im Sommer bewirtet. Sonst ist das Tragen von genug Lebensmitteln angesagt. Selbstversorger Hütten und Bivacco gibt es ausreichend genug und meist in großartigen Gebirgslagen. Nun im Jahre 2020 kam der Corona Virus und der italienische Alpenverein CAI untersagte die Nächtigung auf diesen Berghütten. Aber was solls !  Dafür wurde das freie Zelten in den Hochlagen gestattet und selbst bei den bewirteten Almen - Malga - konnte ich mit meinen Mitgehern problemlos frei Zelten. Wie es so aussieht, bleibt uns der Corona Virus noch weitere Jahre erhalten, so dass diese Regelung auch im nächsten Jahr gelten wird. Nach meinen diesjährigen Erfahrungen als Bergführer und Gruppenleiter werde ich auch nächstes Jahr wieder Gruppentouren in den Friaulaner Bergen anbieten - natürlich mit unseren Leichttrekking Zelten. Denke leider nicht, dass 2021 Reisen und Trekkingtouren problemlos in den Karpaten Osteuropas möglich sein werden.

 

Von Bergsee zu Bergsee

Die neun Seen - Wandertour mit Zelt und Rucksack

Der Karawanken Höhenweg

Am Grenzkamm zwischen Österreich und Slowenien unterwegs.

 

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