Auf der Alta Via Val Cellina von Erto nach Maniago

Anreise zum Startort

Nach Erto gelangt man aus Deutschland und der Schweiz über den Brenner, dann in das Pustertal bis Toblach und weiter über Cortina nach Longarone. Für die Österreicher dürfte von Villach über Tarvis und Udine nach Maniago der kürzeste Weg nach Erto sein. Zwischen Villach und Maniago verkehren täglich mehrere Fern und Regionalzüge.

 

Unberührte Landschaften auf der Via Val Cellina.
Unberührte Landschaften auf der Via Val Cellina.

Die Etappen von Hütte zu Hütte auf der Alta Via Val Cellina

Von Erto zum Ricovero Casera Cornet

Ein 900 Hm. und 3 stündiger Aufstieg erwartet euch auf der ersten Etappe der Alta Via Val Cellina zum Ricovero Casera Cornet. Von Erto aus erst mal 2 km in östlicher Richtung der Landstraße 251 entlang. Kurz bevor die Straße aufwärts in Richtung Passo di Sant Osvaldo führt, geht es rechtshaltend eine kleine Straße bergab, über eine Brücke und zu einer betonierten Wand mit einer Treppe. Ausgeschildert diese Stufen hoch bis zu einer kleinen Kapelle. Hier eine Wegeteilung mit Wegweisern. Die originale Route des Dolomiten Höhenweg 6 durch das Val Vajont ist gesperrt und nicht mehr begehbar. So wandern alle über den Bergsteig CAI 903 hoch zur Casera Cornet. Sehr steil geht es ordentlich markiert einen Bergsteig hoch. Danach folgt eine weniger steile Querung im dichten Bergwald um zum Schluss über offenes Gelände zum Ricovero Casera Cornet auf 1629 m zu gelangen.

 

Vom Ricovero Casera Cornet zur neuen Casera Feron

Achtung: die neuerbaute Casera Feron ist nur mit einem Schlüssel der Gemeinde Cimolais nutzbar geworden. Äußerst unpraktisch für den Fernwanderer. Wer ein Leichttrekkingzelt dabei hat, kann hier vor der Selbstversorger Hütte bequem frei Zelten und hat auch frisches Trinkwasser zur Verfügung.

Der Bergsteig CAI 903 führt durch eine interessante Landschaft zur Casera Feron. Zuerst im steten auf und ab, auch an einem guten Brunnen vorbei, und ab dem Monte Gialinut geht es 600 Hm. recht steil bergab, teils auch über unberührte Almwiesen zum Ricovero Casera Feron. 3 Stunden für diese Etappe.

 

Von der Casera Feron zur Casera Frugna

Hier bewegen wir uns auf der originalen Wegroute des Dolomiten Höhenweg 6. Der Aufstieg zur Casera Frugna ist seit 2017 ausgelassen und wird nicht mehr betreut. Wer den Wegeverlauf nicht kennt, wird Probleme bekommen, zur Schutzhütte zu gelangen. Hier meine Beschreibung:

Zuerst in 20 Minuten in westlicher Richtung ab der Casera Feron auf dem Wanderweg CAI 901 in das Val Vajont. Bei der Ruine der Casera Carniar, 853 m, geht es südlich haltend weiter. Ab hier nur noch spärliche, meist verblasste Markierungen. Der Bergsteig hatte die Nummer CAI 902.

Zuerst gerade südlich in den Bergwald hoch, später in wenigen Serpentinen entlang und jenseits linkshaltend zu einem Hochtal. Hier sind die Wege kaputt. Ihr müsst hinunter zum Wildbach, an diesem in Laufrichtung am rechten Ufer entlang und um mehrere größere Felsen herum. Am Talende dürft ihr erst in die letzte Schlucht, welche rechts hoch führt, aufsteigen. Zuerst mittig mühsam hoch und ab etwa zwei Dritteln rechtshaltend hinaus auf steiles Grün bewachsen mit Latschenkiefern. Oben an einem schmalen Sattel angekommen, geht es linkshaltend in den dichten Bergwald hinein. Ab hier sind wieder vereinzelt farbliche Markierungen zu finden.

Die nächste Wanderstunde ist problemlos. Danach heißt es wieder Achtung: wenige Farbklekse leiten euch linkshaltend hinunter in eine Senke. Jenseits an der linken Begrenzung dieses Hochtal bergan und etwas unübersichtlich immer in südlicher Richtung bergan. Nach etwa 2:30 ab der Casera Carniar kommt ihr zur Forcella Frugna, 1570 m. Nun in 10 Minuten ausgeschildert zum Ricovero Casera Frugna, einem schönen Blockholzbau auf 1538 m Höhe gelegen.

 

Das Val Vajont
Das Val Vajont

Von der Casera Frugna zum Bivacco Casera Gravuzza

Ein problemloser 75 Minuten langer Abstieg auf dem guten Bergsteig CAI 902 hinunter zum Bivacco Casera Gravuzza, einer kleinen Nothütte. Hier ist das freie Zelten die bessere Alternative und es gibt hervorragendes Trinkwasser in unmittelbare Nähe.

 

Vom Bivacco Gravuzza zum Bivacco Val Provagna

Ab hier verlassen wir wieder den Dolomiten Höhenweg 6 und bewegen uns auf der Via Val Cellina. Von der Casera Gravuzza geht es östlich haltend leicht bergab bis zur beschilderten Abzweigung CAI 969 zum Bivacco Val Provagna. Etwas mühsam zur Forcella Giaveit, 1438 m hoch und jenseits bergab zum Bivacco Val Provagna auf 1123 m Höhe gelegene Schutzhütte. 600 Hm. und 3 Stunden.

 

Abstiegsweg von der Casera Gravuzza.
Abstiegsweg von der Casera Gravuzza.

Vom Bivacco Val Provagna zum Bivacco Val Zea

Dieser Wegabschnitt der Via Val Cellina ist sehr anspruchsvoll und nichts für unerfahrene Bergwanderer. Sehr spärlich markiert gibt es viele Gelegenheiten, sich zu Verlaufen. Mit 3 Stunden sollte gerechnet werden, im steten auf und ab.

Zuerst an die Flanken des Crep Nudo hin und diese in vielen Windungen und Schluchten auf halber Höhe auf schmalsten Pfaden queren. Die Forcella Tamais, 1536 m wird nicht ganz erreicht und darf auf keinem Fall überschritten werden. Erst gegen Ende dieser Abenteuertour zum Bivacco Val Zea findet man wieder ausreichend farbliche Markierungen.

 

Vom Bivacco Val Zea zum Bivacco Toffolon

Auch diese Etappe hat etwas von einer Abenteuertour in sich. Zuerst in 2 Stunden in südlicher Richtung mehrere Schluchten queren und dann sehr steil zur Forcella Antander, 1993 m, hoch steigen. Jenseits der Forcella steht das Bivacco Toffolon in großartiger Panorama Umgebung auf 1990 m Höhe. 

750 Hm. und 3 Stunden bis zur Biwakschachtel.

 

Vom Bivacco Toffolon zum Bivacco Pastour

Klettertechnisch der schwierigste Wegabschnitt. Ein Teilstück am Dolomiten Höhenweg 7. Der Monte Messer, 2230 m,  wird auf einer teilweisen gesicherten Weg Anlage von Nord nach Süd überschritten. Der anschließende Abstieg zum Bivacco Pastour - 400 Hm. bergab - ist in der ersten Hälfte recht heikel. Die Bergsteige CAI 928 und CAI 978 führen zur Biwakschachtel auf 1617 m Höhe.  2:30 Std. für diese Etappe.

 

Großartiges Panorama oberhalb vom Ricovero Casera Bitter.
Großartiges Panorama oberhalb vom Ricovero Casera Bitter.

Vom Bivacco Pastour zum Ricovero Casera Bitter

Nach drei recht anspruchsvollen Etappen folgt nun ein recht leichter Übergang zum Ricovero Casera Bitter. Zuerst mal einen steilen, CAI 978,  Abstieg - 650 Hm. und 1:30 Stunden - bergab und dann östlich haltend wieder hoch, CAI 978, zur Forca di Sass. Jenseits problemlos zur Schutzhütte Casera Bitter auf 1139 m hinunter.

 

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