Die Julische Alpen

Das südöstlichste Gebiet der Südalpen

Das Val Dogna in den westlichen Julische Alpen auf der italienischen Seite
Das Val Dogna in den westlichen Julische Alpen auf der italienischen Seite

Allgemeine Informationen

Begrenzt im Norden von den Karawanken - österreichisches Grenze - im Westen von den Karnischen Alpen und den Friaulaner Bergen und im Osten von den Steiner Alpen sind die Julische Alpen der südöstlichsten Eckfeiler der Südalpen. Der westliche Teil gehört zu Italien, der östlichere Teil der Julische Alpen zu Slowenien.

Tiefe grüne Täler, sehr viel Wald bis zur Baumgrenze und ein bezauberndes Licht zeichnet dieses Kalkgebirge aus. Bei Weitem nicht so überlaufen, wie die benachbarten Dolomiten, aber genau so eine Vielfalt an Steinformationen und große hohe Felswände für den Kletterer prägen die Landschaftsbilder.

Im slowenischen Teil der Julischen Alpen auf der Transversalen unterwegs.
Im slowenischen Teil der Julischen Alpen auf der Transversalen unterwegs.

Anreise und Infrastruktur

Mit dem Zug kommt ihr bereits recht gut in die westlichen Julische Alpen. Die Bahnlinie München, Villach, Tarvis bis Udine wird zweistündlich bedient. Von Villach fahren regelmäßig Züge über Rosenbach und den Karawankentunnel nach Jesenice in Slowenien - für den östlichen Teil der Julische Alpen.

Dazu gibt es ausreichende Busverbindungen in die einzelnen Orte Rund um die Julische Alpen. Mit dem Auto führt euch euer Navi.

Meine Empfehlung ist die Anreise mit dem Zug bis Tarvis und dann alle weiteren Strecken mit dem Fahrrad, am Besten mit einem Crossbike. Viele kleine Straßen führen durch die Julischen Alpen, sowie sind alte Kriegs-Straßen und brauchbare Schotterpisten vorhanden, welche einem bis in den letzten befahrbaren Winkel dieser Bergwelt führen. Im gesamten Gebiet gibt es eine Vielzahl ausgeschilderte und markierte Fahrradwege, so wie die Fernradwege Alpe Adria Tour und Routen nach Venedig, Triest und Rijeka - hier geht dann der Via Dinarica Radweg meist am Mittelmeer weiter entlang.

Campingplätze sind ausreichend um den Julische Alpen vorhanden - oft land-schaftlich sehr schön gelegen. Kleine Gasthäuser und Pensionen findet man auch in den Tallagen. Im Gebirge gibt es eine ausreichende Zahl von bewirteten Berghütten und sehr viele Selbstversorger Hütten und Bivacco.

Alle Wege und Bergsteige zu diesen Unterkünften sind bestens ausgeschildert und markiert. Auch die Verbindungspfade unter einander sind im guten Zustand. Für Hochtouren, Klettersteige, freies Klettern und Gipfeltouren sind fast ausnahmslos überall alpine Erfahrungen notwendig. Für den erfahrenen Weitwanderer gibt es eine großartige zweiwöchige Tour, die Julische Transversale auch Alta Via Giulie genannt.

Wanderkarten und Bücher gibt es viele, eher sind die wenigsten wirklich aktuell. Ein Problem ist die Klimaveränderung und die extremeren Wetterlagen in den letzten 15 Jahren. Schnee und Lawinen gab es in den Julischen Alpen immer schon viel - winterliche Adria Tiefs, aber herbstliche Stürme und sommerliche Starkregen Tagen mit bis zu 160 Liter Wasser auf nur einem qm Boden in nur 12 Stunden waren hier so nicht bekannt. Dies führte nun dazu, dass nach so einem Starkregen Bergsteige abgetragen sein könnten und ganze Wegflanken verschwunden sind. Ein Herbststurm  2018  hat große Waldflächen an den südwestlichen Bergflanken der Julischen Alpen große Bestände an Bergwald zerstört. Wanderwege und Bergsteige werden hier auf Jahre unbegehbar sein, oder nur unter großen Umständen zum Wandern funktionieren.

 

Die nordseitige Mangart Gebirgsgruppe - an der Grenze Italien - Slowenien - in den Julischen Alpen.
Die nordseitige Mangart Gebirgsgruppe - an der Grenze Italien - Slowenien - in den Julischen Alpen.

Meine Aufteilung der Gebietsbeschreibungen

In zehn Kapiteln nach den einzelnen Gebirgsgruppen habe ich das recht große Gebiet der Julischen Alpen unterteilt. Beginnend im Nordwesten die Montasch Berge - Jof Montasio und direkt anschließend das Wischberg Gebirge - Jof Fuart. Beide Gebirgsgruppen haben einen starken Dolomiten Charakter und sind eine landschaftliche Fortsetzung der Friaulaner Dolomiten weiter westlich der Julischen Alpen gelegen.

Südlich davon stehen die Kanin - Monte Kanin, welche an die Marmarole Dolomiten einen erinnern. Südlich von Tarvis kommt ihr in die Mangart Gebirgsgruppe, wobei hier die großen Nordwände beeindrucken. Die Jalovec Berge stehen ausschließlich auf slowenischen Staatsgebiet, sowie alle weiter folgende Gebirgsgruppen.

Da sind die Berge Razor, Prisojnik, Skrlatica und Martuljek Gruppen.

Im Südwesten der Julischen Alpen stehen die Berge der Krn und die Wocheiner Berge um den gleichnamigen schönen Gebirgssee.

Das Triglav Gebirge ist der ganze Nationalstolz slowenischer Bergsteiger. Am höchsten, am ausgedehnsten und durch seinen Nationalpark Triglav seit Jahrzehnten geschützt, findet man hier die meisten Bergsteige, die meisten Berghütten und natürlich die meisten Touristen. Ähnlich der Drei Zinnen und der Zugspitze ist immer was los auf dem Triglav.

Mein Tipp:  an den robusten Bergsteiger - einfach mal Mitte November es mit einer Besteigung versuchen !

 

Der Wintersport in den Julischen Alpen

Skitouren und Schneeschuhe Wandern

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich durch die globale Klima Veränderung auch die Schneelage in den Julischen Alpen extrem verändert. Galt es bis in die Achtziger Jahren hinein, das die Julischen Alpen besonders Schneesicher sind und oftmals weit über drei Meter Schnee im Winter bekamen, ist das heute 2020 komplett anders geworden. Ohne die Schneekanonen wäre im Winter Garnichts möglich gewesen. Die großen Skitouren gehören der Vergangenheit an.

 

Nordische Skisport - Skifliegen und Langlauf

Planica ist und bleibt das Mekka für die Skiflieger. Für das Skispringen benötigt man im Winter nicht allzu viel Schnee und dieser kann hier problemlos auch künstlich hergestellt werden. Anders sieht es beim Skilanglaufen aus. Welch eine öde Veranstaltung, der Skilanglauf Weltcup in Planica. Fast kein Schnee, milden Dauerregen in einer neblig grauen Landschaft. Zum Glück waren keine Distanzrennen angesagt, die wären nämlich abgesagt worden. 2023 sind die Nordischen Skiweltmeisterschaften hier in Planica geplant - ob das noch mal gut geht ?

 

Biathlon Weltcup und Weltmeisterschaften

Hier gilt auch mein oben Geschriebenes. In Pokljuka werden Schneedepot angelegt, mit sehr viel Aufwand in einem Naturschutzgebiet Kunstschnee hergestellt, nur um weiterhin hier Biathlon Wettbewerbe stattfinden zu lassen. Hier stellt sich in den nächsten Jahren die Frage nach dem Sinn und der Umweltverträglichkeit, sollten die Winter weiterhin immer milder werden. Bereits jetzt läuft man auf einem weißen Kunstschneeband in grüner Landschaft durch die Winter Jahreszeit. Bravo Mensch !