Die Karpaten der Ukraine

Eine Übersicht vom Verlauf der Karpaten in der Ukraine

Allgemeine Informationen über die Karpaten in der Ukraine

Im Südwesten der Ukraine liegen die ukrainischen Karpaten, auch als Waldkarpaten bezeichnet. Sie grenzen im Süden an die rumänischen Karpaten - Muntii Maramures an und im Norden am Dreiländereck Polen und der Slowakei. Die höchsten Erhebungen sind der Howerla mit 2060 m sowie der Petros mit 2020 m, beide liegen im Süden der Waldkarpaten.

Die touristische Erschließung beschränkt sich auf die Bezeichnung der wichtigsten Wanderwege. Bewirtete Berghütten und eine Vielzahl an Selbstversorger Hütten, wie etwa in den Alpen, sucht man hier meist vergebens. Ohne ein Zelt und einen gewissen Vorrat an Lebensmitteln kommt man hier nicht zu Wege. Dafür ist man tagelang alleine in unberührter Natur unterwegs.

Etwas problematisch ist die Ein - und Ausreise. Als Fernwanderer möchte man die Kammroute ungern verlassen, aber von Rumänien in die Ukraine darf man nicht über das Gebirge zu Fuß einreisen. Das gleiche gilt für die Ausreise. Also darf der Trekker erstmal ins Tal absteigen, einen erlaubten Grenzübergang suchen und danach wieder hoch in die Berge steigen. Dazu benötigt wird ein Visum - zu beantragen bei der ukrainischen Botschaft in Berlin.

Die Via Carpatica

Zwischen dem Dreiländereck Polen - Slowakei - Ukraine und Rumänien im Süden verläuft die Via Carpatica über dem Hauptkamm der ukrainischen Waldkarpaten.

Auf dieser Fernwanderroute kann der Trekker in 6 - 8 Tagen die gesamten Waldkarpaten überschreiten. Bergsteigerische Probleme gibt es keine und auch die Wegfindung - die Wanderkarten haben bei Weitem nicht unseren gewohnten Standart - läßt sich lösen. Dafür stellt die Trinkwasser Suche das größte Problem dar. Auf den ausgedehnten Bergkämmen der Waldkarpaten gibt es oben Keines !  Immer muß vom Hauptweg der Via Carpatica abgestiegen werden. Hinweise wo und wieweit fehlen meistens. So bleibt einem nichts anderes übrig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo Trinkwasser gefunden werden kann.

 

Land und Leute

Gesprochen wird hier ukrainisch, allerdings mit einem besonderen Dialekt. Mit Englisch in den Waldkarpaten kommt man auch nicht allzu weit. So bleibt meist nur das Improvisieren. Es kann aber auch einem passieren, dass vor allem ältere Menschen einem mit deutschen Dialekt begegnen. Die Gastfreundschaft in dieser Ecke der Ukraine ist etwas Besonderes und sollte respektvoll beachtet werden.

 

Die Anreise von Deutschland aus

Täglich fahren Fernbusse nach Rumänien - Atlassib und Euroline - nach Baia Mare. Von hier aus kommt man mit regionalen Busse zur ukrainischen Grenze.

Weiter gibt es Fernbusse nach Lemberg in die Westukraine. Auch über Prag nach Chust und Rachiw kann man in die Waldkarpaten kommen.

Dazu gibt es eine Bahnverbindung über Wien, Budapest nach Chop und weiter nach Uschhorod oder Wolowets.

Bisher habe ich nur die Anreise über Rumänien getätigt und keinerlei weitere andere Erfahrungen gemacht.

 

Flora und Fauna

Ein großteil der ukrainischen Waldkarpaten ist unberührter Urwald und steht unter Naturschutz. Viele seltene Pflanzen sollen nur hier vorkommen. Während an den Berghängen undurchlässige Wälder das Landschaftsbild beherrschen sind die Bergkämme baumfrei und meist grasbewachsen. Im Frühsommer blühen unendlich viele Pflanzen in all ihren Farben. Wer im Herbst kommt, kann einen Ukraine Indiansummer erleben.

Die Tierwelt ist sehr umfangreich in den Waldkarpaten, besonders der Braunbär, Luchs, Wolf und Wildkatze sind hier heimisch. Über 250 Vogelarten sollen vorkommen sowie 10 verschiedene Schlangen.

Bei all meinen Touren in den letzten Jahren hatte ich noch keine schlechten Erfahrungen mit diesen Wildtieren.

 

Touristische Aussichten

Erstens hoffe ich auf ein baldiges Ende der politischen und militärischen Krise zwischen der Ukraine und Russland. Zweitens auf eine bessere Erschließung und Einreiseerleichterung für Fernwanderer auf der Via Carpatica.

Eigentlich wollte ich für den Sommer 2015 eine geführte Bergwanderwoche über den Hauptkamm der Waldkarpaten anbieten. In wieweit sich das 2015 noch realiesieren lässt, muß nun abgewartet werden.