Das Muntii Caliman Gebirge

Weites Panorama über das Muntii Caliman Gebirge im Norden der rumänischen Karpaten.
Weites Panorama über das Muntii Caliman Gebirge im Norden der rumänischen Karpaten.

Einleitung

Das Caliman Gebirge liegt am nordöstlichen Rand des rumänischen Karpatenbogens mit seinem Nationalpark Caliman. Zahlreiche Heilquellen entspringen dem mineralischen Gestein. Zwischen Borsec und Vatra Dornei, zwei der Bekanntesten, liegt dieser mächtige Gebirgszug.

Zwei tektonische Erdplatten treffen hier aufeinander und führen dazu, dass die Gipfelregionen nochmals auf über 2000 m Höhe ansteigen. Die wenig erschlossene Muntii Caliman gehören geologisch zu den interessantesten Gebiegsstrukturen in Europa, da hier der vulkanische Karst auf einer Fläche von 2000 Qkm zu dem einmaligen Ereignis geführt hat, welcher der Boden Löchrig wie ein Schweizer Käse ist.

Trichterförmige Dolinen und Schwefelhöhlen und wilde bizarre Felsformationen prägen hier ein Teil des Landschaft Bildes. Dazu unendliche Tannen und Kieferwälder sowie oftmals weglose mit Latschenkiefer bewachsene Bergkämme. Gutes Trinkwasser ist in den Hochlagen nicht oft an zu treffen, so dass jede Quelle genutzt werden sollte.

 

Information Tafeln bei Beginn des Muntii Caliman Nationalpark Nahe Gura Haitii - Nordost Caliman
Information Tafeln bei Beginn des Muntii Caliman Nationalpark Nahe Gura Haitii - Nordost Caliman

Der Muntii Caliman - Nationalpark

Die Muntii Caliman, welche sich nördlich des Flusses Mures erheben, gehören erdgeschichtlich zu den interessantesten Erhebungen der Karpaten in Rumänien. Diese haben in ihrer Geschichte drei vulkanische Perioden durchlaufen. Ihre Einzigartigkeit, welche Forscher aus aller Welt und den Bergtouristen anreisen lassen, ist auf die Tätigkeit der Eiszeitgletscher zurück zuführen. Die Besonderheit des vulkanischen Karst haben zu vielen Dolinen, Gesteinsmulden und Hohlräumen geführt. Auch die einmaligen Felsformationen wie die Zwölf Apostel, Lucaciu, Pietrele Rosii und der Tämäului liegen in diesem Gebiet.

Der Waldbestand in den Muntii Caliman ist bemerkenswert und wird im Naturpark geschützt und sich selbst überlassen. Wir finden in niedrigen Lagern hier alte Eichen und Buchen vor, sowie Pinien, Ahorn und Nadelbäume und in den Hochlagen den Latschenkiefer. Eine der größten Hochmoorflächen Rumäniens liegen auf etwa 900 m Höhe hier im Gebiet.

Geschützte Tiere sind der seltene Luchs und der Bär, welche der Bergwanderer mit viel Glück zu Gesicht bekommen kann. Außerdem tummeln sich zahlreiche Marder, Füchse, Wildkatzen und natürlich einige Wolfsrudel im Nationalpark. In den Lüften herrscht der Adler.

Die ursprünglichsten und schönsten Ortschaften der Muntii Caliman sind Bilbor, Pältinis, Dorolea, Petris und Poiana Negrii.

 

Wanderkarten

Bei meiner ersten Erkundung im Jahre 2001 des Muntii Calima Gebirge hatte ich nur eine bessere Straßenkarte im Maßstab 1:250 000 zur Verfügung. Später kaufte ich die 1:60 000 er Wanderkarte, Blatt 18 - Muntii Caliman -  vom Dimap Verlag, welcher aber in Ungarn seinen Sitz hat. Seither habe ich alle weitere Touren ohne neuere Wanderkarten gemacht und oftmals auch darauf verzichtet. So gehörte ein Verlaufen auch zur Erkundung dazu, nicht selten habe ich erst dadurch sehr schöne Plätze im Caliman Gebirge dadurch gefunden. Mit einem GPS habe ich nichts am Hut.

Nun ist meine Empfehlung für Wanderkarten aller Art das Landkartenhaus in Freiburg.  Alles was überhaupt mal gedruckt worden ist, könne die einem liefern. Ob per Internet, E-Mail, Telefon oder direkt vor Ort - hier wird man sehr fachkundig beraten.

Anreise zum Nationalpark der Muntii Caliman

Wir erreichen am Günstigsten den Nationalpark von Siebenbürgen kommend über die E60 auf der Strecke Targa Mures - Deda - Toplita. Zwischen den Orten Lunca und Neagra führt eine Bergstraße bergan in das Reservat Saruliu und weiter nach Vatra Dornei.

Von Bistrita aus kommend über die E576 und der westlichen Gebirgsstraße berghoch bis zur Cabana Aluneasa, Cusma und Sebis.

An Bergtouren und Trekkingrouten, sowie mit einem Mountainbike befahrbare Wege habe ich in weiteren Unterkapiteln aktuell vom Sommer 2019 hier beschrieben.

 

Naturbelassene Blumenwiesen findet man am Fuße vom Muntii Caliman Gebirge noch überall.
Naturbelassene Blumenwiesen findet man am Fuße vom Muntii Caliman Gebirge noch überall.
Bei mehrtägigen Touren im Muntii Caliman Gebirge ist ein Leichttrekkingzelt unerlässlich.
Bei mehrtägigen Touren im Muntii Caliman Gebirge ist ein Leichttrekkingzelt unerlässlich.

Die Via Carpatica

Auf der Via Carpatica wird die Muntii Caliman durchstreift. Die einzelnen Etappen werden im Kapitel Via Carpatica - Etappen in Rumänien beschrieben.

Weiterführende Bergtouren im Kapitel der Bergtouren der Muntii Caliman, dazu die einzelnen Cabana - Berghütten und weitere Übernachtungsmöglichkeiten.

Auch hier gilt - bei längeren Touren ist ein Zelt unerläßlich.

 

An der Passhöhe Rosii, 1619 m, Übergang zu den 12 Apostel Felsen und nach Gura Haitii im Caliman.
An der Passhöhe Rosii, 1619 m, Übergang zu den 12 Apostel Felsen und nach Gura Haitii im Caliman.

Umweltschutz und illegaler Holzeinschlag

Leider ist es mit dem Umweltschutz in Rumänien nicht weit her. Überall, wo es die Möglichkeit besteht, mit einem Fahrzeug hin zu kommen, wird auch mit dem Auto gefahren. Ob die Wege zu mindestens geschottert sind oder nur über Bergwiesen führen, scheint vielen völlig egal zu sein. Der Müll, meist Plastikflaschen und Aludosen wird vielerorts einfach aus dem Fenster geschmissen. Oft finden sich hier mehr von diesem Müll am Wege, als Markierungen und Wegeschilder.

Nun kommt ein weiteres Übel immer mehr vor, der illegale Holzeinschlag. Immer wieder treffe ich bei meinen Touren total unvermittelt auf Kahlflächen und Holzarbeiter im Nationalpark Muntii Caliman. Ohne Rücksicht, eigentlich verboten, wird mit großen Gerät gerodet, als gäbe es kein Morgen mehr. Aufgekauft wird fast immer das Holz vom österreichischen Unternehmer Schweighofer, wie mir die Holzfäller nach bohrenden Nachfragen mir erzählten. Was hier geschieht, ist ein nicht wieder gut zu machender Frevel am Gebirgswald. Seitens der EU zeigt man lieber mit dem Finger nach Brasilien als mal vor Ort hier ein zu schreiten. Das solches Handeln seitens der Minister in Bukarest unterstützt wird, hängt sicher mit der Korruption der gesamten Regierung Rumäniens zusammen. Letztendlich landet nämlich das Holz mit allen Zertifikaten auf den Märkten Westeuropas als billiges Bauholz, Spanplatten, Pellets und Brennholz, um hier dann auch noch das "Grüne Gewissen" zu beruhigen!

Besonders verwerflich ist dann die Tatsache, das der einheimische Bevölkerung in den Gebirgsdörfern um das Muntii Caliman Gebirge verboten wurde, für ihren eigenen Bedarf an Holz, meist Brennholz für die langen und kalten Winter in den Karpaten, aus den Wäldern zu holen, und dies unter recht hohen Geldstrafen!

 

Mit großem Gerät in den Urwäldern der Karpaten unterwegs - der illegaler Holzeinschlag - das Problem!
Mit großem Gerät in den Urwäldern der Karpaten unterwegs - der illegaler Holzeinschlag - das Problem!