Große Trekkingtour durch die Muntii Caliman

Startort dieser Trekkingtour ist das Bergdorg Caieni - fünf Kilomer nördlich von Toplita gelegen.
Startort dieser Trekkingtour ist das Bergdorg Caieni - fünf Kilomer nördlich von Toplita gelegen.

Eine Süd-Nord Durchquerung in drei Tagen zu Wandern

Der Varful Pietrosul, 2101 m hoch, ein großartiger Aussichtsberg in dem Muntii Caliman Gebirge.
Der Varful Pietrosul, 2101 m hoch, ein großartiger Aussichtsberg in dem Muntii Caliman Gebirge.

Einleitung und Wegebeschreibung

Drei bis vier Tage sollte man für diese Überschreitung zur Verfügung haben. Es gibt nur eine Möglichkeit in einer Cabana zu Nächtigen. Die Cabana Meteo Varful Ratitis steht auf dem gleichnamigen Gipfel aussichtsreich in 2021 m Höhe. Essen muss mitgebracht werden, eine Küche zum Kochen steht zur Verfügung.

Die meisten Wegabschnitte sind gut sichtbar farblich markiert. Auf den Kammlagen mit seinen oft dicht bewachsenen Latschenkiefer gibt es kaum noch Wegspuren und auch die farblichen Markierungen sind Mangelware. Trinkwasser aus klaren Quellen gibt es auch nicht viele da oben, so das sich die Rastplätze zum freien Zelten fast von selbst ergeben. Am Maria Theresia Weg sind zwei Zeltplätze mit Tisch und Bänken ausgewiesen und auch der Hinweis für Trinkwasser fehlt nicht.

Am Pass Übergang Saul Negoiul, 1705 m, ist eine neuere Selbstversorger Hütte in 15 Minuten Wegstrecke westlich liegend ausgeschildert. Bei Regen und Gewitter sehr nützlich. Weiter nördlich, westlich vom Varful Cerbul, 1637 m, liegt wiederum 10 Minuten westlich gelegen eine weitere Selbstversorger Hütte.

Bei tiefhängenden Wolken oder gar bei dichten Nebel ist ein Verlaufen über das Muntii Caliman Gebirge fast schon sicher, gilt beim Aufstieg zum Varful Ratitis und der langen Kammüberschreitung zu den zwölf Apostel Felsen.

Im Winter ist das ganze Gebirge ein ideales Skitouren und Schneeschuh Wandergebiet. Empfehlenswert ist aber eindeutig der Herbst hier mit seinen leuchtenden Farben aus der Natur.

 

Vielfältige Landschaftsbilder des Muntii Caliman Gebirges.
Vielfältige Landschaftsbilder des Muntii Caliman Gebirges.

Der lange Aufstieg zum Varful Meteo Ratitis

Wir starten diese Überschreitung bei dem Bergdorf Caieni, etwa 620 m hoch gelegen. Das Dorf liegt 6 km nördlich von Toplita entfernt und wird über Calimanel an der Mures gelegen erreicht.

Über eine Betonbrücke eines leicht schmutzigen Baches hinweg und leicht nördlich gehend durch das weitläufige schöne Bergdorf bergan. Keinerlei Hinweise oder Markierungen vorhanden! Bei den letzten Häusern einen Wiesenhang bergauf und nun auf einem schmalen Fahrweg meist über Wiesen weiter in nördlicher Richtung gehend. Nach etwa einer Stunde Wanderzeit findet man nun in regelmäßigen Abständen eine gelbe Wege Markierung. Der erste kleinere Gipfel, Varful Runcului, 1128 m erreichen wir nach zwei Stunden. Nach einer weiteren Stunde kommen wir am Varful Toaca, 1191 m, vorbei. Hier nun, Juli 2019, überraschend lautes Motorsägegeräusch und völlig ruinierte Waldwege. Auf einer Wegstrecke von etwa 400 m werden hier unvermittelt sehr rustikal Bäume gefällt. Mein Verdacht, dass dies illegal geschieht, wird erhärtet, durch die Antworten der Waldarbeiter auf meine hartnäckigen Fragen. Und wieder fällt das Wort Schweighofer.

Weiter nun auf dem gelb markierten Pfad zur Pojana Zebrac. Nun führt der wieder breitere Weg fast eben hinüber zu einem klaren Wildbach - das plätschern ist schon länger hörbar. Hier bietet sich ein freies Zelten an, 30 Meter vor Erreichen des Wildbaches auf einer 5 Meter hohen Anhöhe an linker Hand.

Nach dem Überschreiten des Wildbaches kommen wir durch ein kleines Moorgebiet bergan, im Juli mit sehr viel Wollgras bewachsen und wunderschön blühend. Weiter bergan bei einer Abzweigung rechtshaltend eben laufend nochmals am Wildbach entlang. Über steiniges Gelände weiter, später nun rechtshaltend einen Wiesenpfad bergan gehend nun auf offenes freie Gelände bergan.

Wir erreichen eine große bewirtete Alm mit einer rustikalen Berghütte. Im Juli 2019 mit vielen Kühen, Ziegen und Schafe. Der nun weglose Aufstieg, nur spärlich mit gelber Farbe an Bäumen markiert, führt uns weiter immer in nördlicher Richtung berghoch. Über sehr hohe Magerwiesen gelangen wir in eine mit Latschenkiefer bewachsene Gebirgszone, welche mittels Schneestangen markiert uns den Weiterweg zeigen. Von weiten sichtbar steht das Observatorium auf dem Varful Ratitis, unser Etappenziel.

Durch die Latschenkieferzone geht es nun etwas rechtshaltend weiter hoch, danach wieder direkt gerade aus und am Ende des Aufstieges führt eine grobe Schotter Straße und linkshaltend zu den Häusern auf dem Varful Ratits. Im großen Gebäude ist das Observatorium und die Wetterstation und dort sind auch zum Übernachten gegen ein Entgeld zwei Zimmer vorhanden.

 

Auf dem sehr langen südseitigen Aufstieg zum Varful Ratitis durch die Latschenkiefer Zone.
Auf dem sehr langen südseitigen Aufstieg zum Varful Ratitis durch die Latschenkiefer Zone.

Der Weiterweg zu den zwölf Apostel Felsen

Vom Gipfel des Varful Ratitis gibt es zwei Wege, welche weiterführen. Entweder direkt an der Cabana startend auf den mit Schneestangen markierten Winterweg in westlicher Richtung, roter Punkt - oder die grobe Schotterstraße leicht bergabgehend und auf ihr weiter in westlicher Richtung. Beide Wege treffen sich nach 45 Minuten am Westhang des Varful Ratitis. Nun weiter in nördlicher Richtung bis zu einer Straßenabsperrung und einem Parkplatz. Hier verlassen wir die Naturstraße und steigen linkshaltend, westlich, auf einem Bergsteig bergab. Nach einem kurzen Gegenaufstieg erreichen wir eine grüne aussichtsreiche Wiesenscharte. Hier Tisch und Bänke und mehrere Hinweisschilder. Hier ist freies Zelten ausdrücklich erlaubt.

Nach links hinunter führt in 15 Minuten ein Pfad zu einer Selbstversorger Hütte.

Es gibt hier zwei Möglichkeiten für den Weiterweg: Zum einen hoch zum Varful Pietrosul, 2100 m, oder auf dem Maria Theresia Steig östlich am Gebirgshang querend entlang. 

Wir nehmen den Maria Theresia Bergsteig - Drumul Mariei Tereza. Dieser wunderschöne Steig führt östlich querend am Varful Pietrosul durch den Latschenkiefer bewachsenen Berghang entlang. Im leichten Auf und Ab, nun sehr gut ausgeschildert und markiert, kommen wir an mehreren Wasserquellen vorbei, danach etwas steiler hinunter und wieder direkt sehr steil gerade aus berghoch auf einen Bergsattel. Hier schöner aussichtsreicher Rastplatz.

Hier käme der Bergsteig vom Varful Pietrosul von links kommend herunter.

Nun fast eben durch eine weitere Latschenkiefer Zone zu einem weiteren ausgewiesenen Zeltplatz. Hier nun auf schmalen Steig durch schönen dichten Bergwald bergan zu einen mit niedrigen Latschen dicht bewachsenen Bergkamm. Über diesen etwas mühsam hinweg und steil hinunter in offenes Wiesengelände. Hier kommen wir an eine Wasserquelle vorbei, oft die letzte an der Muntii Caliman Überschreitung. Hier auch die Möglichkeit zum freien Zelten.

Nun folgt ein fast ebener Abschnitt durch Bergwald, offenes Gelände und dichtem Latschenkiefer. Es gibt deutlich seltener Wege Markierungen, ein blaues Kreuz oder rote Punkte und auch Wegspuren sind kaum erkennbar. Mühsam erreichen wir die Tamau Felsen, die Felsen von Pietrei Rosii und den Varful Pietrei Rosii, 1705 m.

Danach geht es immer leicht bergab und hinunter zu den sehr hohen Magerwiesen am Saul Harlei. Hier steht noch das Gerüst von einer Holzhütte. Von hier aus kann man links haltend eine steile Wiese hinunter, blau markiert, auf kurzen Wege nach Gura Haitii gelangen, 2 -3 Stunden.

Nun auf dem rot markierten Weg, im hohen Gras nicht erkennbar ! immer in nördlicher Richtung gehend bergan. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir die Felsen der zwölf Apostel, 1775 m. Diese Stancile Doisprezece Apostoli sind das Wahrzeichen des nördlichen Muntii Caliman Gebirges und relativ viel besucht. Danach gelangen wir zu einer weiteren Felsengruppe, der Stancile Lucaciu, 1770 m. Nun weiter auf dem rot markierten Bergpfad zum Varful Cerbul, 1637 m, linkshaltend 15 Minuten leicht bergab steht eine Selbstversorger Hütte an Felsen und ein Mariendenkmal.

 

Weitläufiges Panorama über die Berge des Muntii Caliman Gebirge mit seinen fast unendlichen Wäldern.
Weitläufiges Panorama über die Berge des Muntii Caliman Gebirge mit seinen fast unendlichen Wäldern.

Der Weiterweg nach Vatra Dornei

Die etwa 18.000 Einwohner große Kleinstadt Vatra Dornei ist weitgehend von Bergen umgeben. Der am Zusammenfluss von Bistritz und Dorna liegende Kur- und Wintersportort ist auch Zentrum vom nördlichen Karpatenbogen in Rumänien. Die Karpatenstadt ist mit dem Zug und Fernbussen sehr gut erreichbar. Gute Hotels, eine Vielzahl an Pensionen und einem Campingplatz bieten uns ausreichend Unterkunft. 

Von hier gelangt man auch problemlos in die Moldauregion mit seinen weltbekannten Klöstern.

 

Vom Varful Cerbul hat man zwei Möglichkeiten um nach Vatra Dornei zu gelangen. Der rot markierte Weg führt nach rechts hinunter, durch Bergwald und über Wiesen, am Wildbach Apa Rece entlang, später durch weitläufige Siedlungen, weiter nach Runc und vor zur Hauptstraße. Von hier aus fahren mehrmals am Tage Kleinbusse nach Vatra Dornei. Wegstrecke etwa 2,5 bis 3 Stunden.

Zum Wandern geht es mit der zweiten Möglichkeit auf einem blau markierten Pfad in nördlicher Richtung weiter. Den Varful Buza Serbii lassen wir links liegen und gelangen später an vier Häusern vorbei. Im leichten Auf und Ab geht es nun nordöstlich zum Varful Priporu vorbei und in den Wiesensattel Saua Zaurele, 1178 m, hinunter. Achtung: von hier gibt es eine Vielzahl von Abzweigung Möglichkeiten. Wir bleiben auf dem blauen Dreiecksweg und wandern hinüber zum Hausberg von Vatra Dornei, den Varful Diecilor mit 1301 m Höhe und seiner Seilbahn Station. Mehrmals am Tag kann man mit dieser Seilbahn direkt ins Tal hinunter fahren, am Nachmittag um 16 und 18 Uhr. Der Wanderweg hinunter ist etwas langweilig, aber problemlos zu begehen. Ausnahme allerdings bei starken Regen: hier wird es glitschig und sehr schmierig und dadurch größere Sturzgefahr. Unten angekommen ist diese Süd-Nord Überschreitung der Muntii Caliman Berge zu Ende.

 

Panorama vom Aufstieg auf die zentralen Höhen der Muntii Caliman.
Panorama vom Aufstieg auf die zentralen Höhen der Muntii Caliman.