Über das Muntii Caliman Gebirge

Auf dem südseitigen Aufstieg zum Varful Ratitis über unberührte Magerwiesen weglos unterwegs.
Auf dem südseitigen Aufstieg zum Varful Ratitis über unberührte Magerwiesen weglos unterwegs.

Wir starten diese Überschreitung bei dem Bergdorf Caieni, etwa 620 m hoch gelegen. Das Dorf liegt 6 km nördlich von Toplita entfernt und wird über Calimanel an der Mures gelegen erreicht.

Über eine Betonbrücke eines leicht schmutzigen Baches hinweg und leicht nördlich gehend durch das weitläufige schöne Bergdorf bergan. Keinerlei Hinweise oder Markierungen vorhanden! Bei den letzten Häusern einen Wiesenhang bergauf und nun auf einem schmalen Fahrweg meist über Wiesen weiter in nördlicher Richtung gehend. Nach etwa einer Stunde Wanderzeit findet man nun in regelmäßigen Abständen eine gelbe Wege Markierung. Der erste kleinere Gipfel, Varful Runcului, 1128 m erreichen wir nach zwei Stunden. Nach einer weiteren Stunde kommen wir am Varful Toaca, 1191 m, vorbei. Hier nun, Juli 2019, überraschend lautes Motorsägegeräusch und völlig ruinierte Waldwege. Auf einer Wegstrecke von etwa 400 m werden hier unvermittelt sehr rustikal Bäume gefällt. Mein Verdacht, dass dies illegal geschieht, wird erhärtet, durch die Antworten der Waldarbeiter auf meine hartnäckigen Fragen. Und wieder fällt das Wort Schweighofer.

Weiter nun auf dem gelb markierten Pfad zur Pojana Zebrac. Nun führt der wieder breitere Weg fast eben hinüber zu einem klaren Wildbach - das plätschern ist schon länger hörbar. Hier bietet sich ein freies Zelten an, 30 Meter vor Erreichen des Wildbaches auf einer 5 Meter hohen Anhöhe an linker Hand.

Nach dem Überschreiten des Wildbaches kommen wir durch ein kleines Moorgebiet bergan, im Juli mit sehr viel Wollgras bewachsen und wunderschön blühend. Weiter bergan bei einer Abzweigung rechtshaltend eben laufend nochmals am Wildbach entlang. Über steiniges Gelände weiter, später nun rechtshaltend einen Wiesenpfad bergan gehend nun auf offenes freie Gelände bergan.

Wir erreichen eine große bewirtete Alm mit einer rustikalen Berghütte. Im Juli 2019 mit vielen Kühen, Ziegen und Schafe. Der nun weglose Aufstieg, nur spärlich mit gelber Farbe an Bäumen markiert, führt uns weiter immer in nördlicher Richtung berghoch. Über sehr hohe Magerwiesen gelangen wir in eine mit Latschenkiefer bewachsene Gebirgszone, welche mittels Schneestangen markiert uns den Weiterweg zeigen. Von weiten sichtbar steht das Observatorium auf dem Varful Ratitis, unser Etappenziel.

Durch die Latschenkieferzone geht es nun etwas rechtshaltend weiter hoch, danach wieder direkt gerade aus und am Ende des Aufstieges führt eine grobe Schotter Straße und linkshaltend zu den Häusern auf dem Varful Ratits. Im großen Gebäude ist das Observatorium und die Wetterstation und dort sind auch zum Übernachten gegen ein Entgeld zwei Zimmer vorhanden.

 

Großartiges Landschaftsbild aus Südosten blickend zum Varful Pietrosul - östlich querend der Theresiaweg.
Großartiges Landschaftsbild aus Südosten blickend zum Varful Pietrosul - östlich querend der Theresiaweg.

Vom Gipfel des Varful Ratitis gibt es zwei Wege, welche weiterführen. Entweder direkt an der Cabana startend auf den mit Schneestangen markierten Winterweg in westlicher Richtung, roter Punkt - oder die grobe Schotterstraße leicht bergabgehend und auf ihr weiter in westlicher Richtung. Beide Wege treffen sich nach 45 Minuten am Westhang des Varful Ratitis. Nun weiter in nördlicher Richtung bis zu einer Straßenabsperrung und einem Parkplatz. Hier verlassen wir die Naturstraße und steigen linkshaltend, westlich, auf einem Bergsteig bergab. Nach einem kurzen Gegenaufstieg erreichen wir eine grüne aussichtsreiche Wiesenscharte. Hier Tisch und Bänke und mehrere Hinweisschilder. Hier ist freies Zelten ausdrücklich erlaubt.

Nach links hinunter führt in 15 Minuten ein Pfad zu einer Selbstversorger Hütte.

Es gibt hier zwei Möglichkeiten für den Weiterweg: Zum einen hoch zum Varful Pietrosul, 2100 m, oder auf dem Maria Theresia Steig östlich am Gebirgshang querend entlang. 

Wir nehmen den Maria Theresia Bergsteig - Drumul Mariei Tereza. Dieser wunderschöne Steig führt östlich querend am Varful Pietrosul durch den Latschenkiefer bewachsenen Berghang entlang. Im leichten Auf und Ab, nun sehr gut ausgeschildert und markiert, kommen wir an mehreren Wasserquellen vorbei, danach etwas steiler hinunter und wieder direkt sehr steil gerade aus berghoch auf einen Bergsattel. Hier schöner aussichtsreicher Rastplatz.

Hier käme der Bergsteig vom Varful Pietrosul von links kommend herunter.

Nun fast eben durch eine weitere Latschenkiefer Zone zu einem weiteren ausgewiesenen Zeltplatz. Hier nun auf schmalen Steig durch schönen dichten Bergwald bergan zu einen mit niedrigen Latschen dicht bewachsenen Bergkamm. Über diesen etwas mühsam hinweg und steil hinunter in offenes Wiesengelände. Hier kommen wir an eine Wasserquelle vorbei, oft die letzte an der Muntii Caliman Überschreitung. Hier auch die Möglichkeit zum freien Zelten.

Nun folgt ein fast ebener Abschnitt durch Bergwald, offenes Gelände und dichtem Latschenkiefer. Es gibt deutlich seltener Wege Markierungen, ein blaues Kreuz oder rote Punkte und auch Wegspuren sind kaum erkennbar. Mühsam erreichen wir die Tamau Felsen, die Felsen von Pietrei Rosii und den Varful Pietrei Rosii, 1705 m.

Danach geht es immer leicht bergab und hinunter zu den sehr hohen Magerwiesen am Saul Harlei. Hier steht noch das Gerüst von einer Holzhütte. Von hier aus kann man links haltend eine steile Wiese hinunter, blau markiert, auf kurzen Wege nach Gura Haitii gelangen, 2 -3 Stunden.

 

Wasserquelle am Maria Theresia Weg am Osthang des Varful Pietrosul vorbei führend durch Latschenkiefer.
Wasserquelle am Maria Theresia Weg am Osthang des Varful Pietrosul vorbei führend durch Latschenkiefer.

Vom Varful Cerbul hat man zwei Möglichkeiten um nach Vatra Dornei zu gelangen. Der rot markierte Weg führt nach rechts hinunter, durch Bergwald und über Wiesen, am Wildbach Apa Rece entlang, später durch weitläufige Siedlungen, weiter nach Runc und vor zur Hauptstraße. Von hier aus fahren mehrmals am Tage Kleinbusse nach Vatra Dornei. Wegstrecke etwa 2,5 bis 3 Stunden.

Zum Wandern geht es mit der zweiten Möglichkeit auf einem blau markierten Pfad in nördlicher Richtung weiter. Den Varful Buza Serbii lassen wir links liegen und gelangen später an vier Häusern vorbei. Im leichten Auf und Ab geht es nun nordöstlich zum Varful Priporu vorbei und in den Wiesensattel Saua Zaurele, 1178 m, hinunter. Achtung: von hier gibt es eine Vielzahl von Abzweigung Möglichkeiten. Wir bleiben auf dem blauen Dreiecksweg und wandern hinüber zum Hausberg von Vatra Dornei, den Varful Diecilor mit 1301 m Höhe und seiner Seilbahn Station. Mehrmals am Tag kann man mit dieser Seilbahn direkt ins Tal hinunter fahren, am Nachmittag um 16 und 18 Uhr. Der Wanderweg hinunter ist etwas langweilig, aber problemlos zu begehen. Ausnahme allerdings bei starken Regen: hier wird es glitschig und sehr schmierig und dadurch größere Sturzgefahr. Unten angekommen ist diese Süd-Nord Überschreitung der Muntii Caliman Berge zu Ende.

 

Unendliche Kammhöhen begleiten uns bei der Durchquerung des Muntii Caliman Gebirge.
Unendliche Kammhöhen begleiten uns bei der Durchquerung des Muntii Caliman Gebirge.